Bewertungsverfahren

So ermitteln wir den Marktwert Ihrer Immobilie

Für eine fundierte Immobilien­bewertung gibt es nicht den einen richtigen Weg. Wir verwenden die drei anerkannten Verfahren der deutschen Immobilien­bewertung und gewichten sie objektspezifisch — nicht pauschal.

In Deutschland haben sich drei Bewertungsverfahren etabliert, die je nach Objektart, Nutzung und Marktlage unterschiedlich gut passen: das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren und das Sachwertverfahren. Jedes hat seine Stärken — und seine blinden Flecken.

Eine pauschale 30-30-30-Aufteilung wäre bequem, aber unprofessionell. Eine vermietete Eigentumswohnung in München muss anders bewertet werden als ein eigengenutztes Einfamilien­haus in einem 800-Einwohner-Dorf. Genau das machen wir: Wir wählen pro Objekt eine sinnvolle Gewichtung und legen offen, warum.

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Verfahren 1

Vergleichswertverfahren

Das einfachste und intuitivste Verfahren. Wir schauen uns an, was ähnliche Immobilien in der gleichen Region erzielt haben, und leiten daraus den Wert Ihrer Immobilie ab. Es lebt von der Annahme: Was ähnliche Objekte gekostet haben, kostet auch Ihre Immobilie.

Vergleichswert = Wohnfläche × Vergleichspreis je m²

Datenbasis: Verkäufe vergleichbarer Objekte, regionalisiert

Wann das Verfahren stark ist

Eigentums­wohnungen und Reihenhäuser in aktiven städtischen Märkten mit vielen vergleichbaren Transaktionen. In dünn besiedelten Regionen oder bei sehr individuellen Objekten verliert es an Aussagekraft.

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Verfahren 2

Ertragswertverfahren

Für vermietete Immobilien ist die wichtigste Frage: Welche Miete erwirtschaftet das Objekt — und was ist diese Miete in der Zukunft wert? Genau das beantwortet das Ertragswertverfahren. Es ist das Standard­verfahren für Anlage­immobilien wie Mehrfamilien­häuser oder bestimmte Eigentums­wohnungen.

Ertragswert = Jahresnettotkaltmiete × Faktor

Der Faktor (auch Kaufpreis­faktor) leitet sich aus dem Liegenschafts­zinssatz der jeweiligen Region ab

Wann das Verfahren stark ist

Überall dort, wo Mieteinnahmen die treibende wirtschaftliche Größe sind: Mehrfamilien­häuser, Wohn- und Geschäftshäuser, vermietete Eigentums­wohnungen als Kapitalanlage. Für eigengenutzte Einfamilien­häuser dagegen kaum aussagefähig.

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Verfahren 3

Sachwertverfahren

Das Sachwertverfahren stellt eine andere Frage: Was würde es kosten, diese Immobilie heute neu zu errichten, abzüglich der bisherigen Abnutzung? Es trennt sauber zwischen dem Wert des Grund und Bodens und dem Wert des Gebäudes.

Sachwert = Bodenwert + (Gebäudesachwert − Alterswert­minderung)

Bodenwert = Grundstück × Bodenrichtwert · Gebäudesachwert = aktuelle Herstellungskosten je m²

Wann das Verfahren stark ist

Eigengenutzte Einfamilien­häuser, ländliche Objekte und Immobilien ohne vergleichbare Verkaufs- oder Mietdaten. Auch bei sehr individuellen Bauten (Architektenhäuser, Mehrgenerationen­objekte) liefert es eine solide Basis.

Unser Vorgehen

Wir gewichten objektspezifisch — nicht pauschal.

Statt jedes Objekt durch dieselbe Schablone zu pressen, wählen wir für jede Immobilie die Gewichtung, die zu Objektart, Nutzung und Lage passt. Eine vermietete Wohnung in München-Bogenhausen gewichten wir anders als ein eigengenutztes Bauernhaus in der Schwarzwald­region.

Welches Verfahren wie viel beiträgt, hängt von drei Hauptfragen ab:

  • Wie aktiv ist der Markt? Viele Vergleichsfälle erhöhen das Gewicht des Vergleichswerts. Für seltene Objekttypen oder ländliche Lagen tritt der Sachwert in den Vordergrund.
  • Wird die Immobilie vermietet oder eigengenutzt? Bei Vermietung wird der Ertragswert zur Leitgröße, bei Eigennutzung verliert er fast vollständig an Bedeutung.
  • Wie individuell ist das Objekt? Standardobjekte lassen sich gut vergleichen. Individuelle Bauten brauchen den Sachwert als Anker.
  • Wie wirken Zinsen auf den Markt? Steigende Bauzinsen verändern Kaufpreis­faktoren und Liegenschafts­zinssätze — das fliesst direkt in die Bewertung ein.

Für jede Bewertung legen wir die gewählte Gewichtung offen und begründen sie. Sie sehen also, warum Ihre Immobilie auf einen bestimmten Wert kommt — nicht nur was am Ende dasteht.

Ihr Bewertungsbericht

Das erhalten Sie als Ergebnis

Nach Ihrer Bewertungs­anfrage erhalten Sie einen ausführlichen Bericht, der nicht nur eine Zahl liefert, sondern den Marktwert nachvollziehbar herleitet.

Marktwert mit Wertband Konkrete Zahl plus realistische Spanne von etwa ±12 Prozent
Alle drei Verfahren transparent Sie sehen, welcher Wert sich aus welchem Verfahren ergibt
Gewichtung begründet Warum wir Ihre Immobilie genau so gewichten wie wir es tun
Marktumfeld der Lage Kaufpreise, Mieten, Trends und Vermarktungs­dauer in Ihrer Region
Stärken und Schwächen Konkrete Punkte, die Ihren Wert nach oben oder unten ziehen
Preisempfehlung nach Zeit Welcher Preis bei welcher Vermarktungs­dauer realistisch ist
Typische Käufergruppen Welche Interessenten wahrscheinlich für Ihre Immobilie passen
PDF zum Mitnehmen Ihr vollständiger Bericht zum Download — ohne Zeitlimit

Wichtig zu wissen

Unsere Bewertung ist kein Verkehrswert­gutachten

Wir liefern eine fundierte, methodisch saubere Markteinschätzung. Sie eignet sich hervorragend als Entscheidungs­grundlage für Verkauf, Erbauseinander­setzung, Bank­gespräch oder zur eigenen Orientierung.

Sie ist aber kein Verkehrswertgutachten im Sinne der Immobilien­wertermittlungs­verordnung (ImmoWertV) und ersetzt kein Sachverständigen­gutachten. In bestimmten Situationen — etwa bei Erbschafts­streitigkeiten, Bank­beleihungen, Scheidungs­verfahren oder gegenüber Finanzämtern — ist ein Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen erforderlich.

Falls Sie ein offizielles Gutachten brauchen, vermitteln wir Ihnen gern einen qualifizierten Sachverständigen aus unserem Experten-Netzwerk.

Häufige Fragen

Fragen rund um die Bewertungs­verfahren

Warum nicht einfach das beste Verfahren wählen? +

Weil jedes Verfahren nur einen Ausschnitt der Realität abbildet. Der Vergleichswert sagt etwas über den Markt, aber nichts über Substanz. Der Sachwert sagt etwas über Substanz, aber wenig über Marktpreise. Der Ertragswert sagt etwas über Mietrenditen, aber nichts über eigengenutzte Objekte. Erst die Kombination ergibt ein belastbares Bild.

Wie genau ist die Bewertung von LiquidImmo? +

Bei guter Datenlage — Standardobjekt, aktiver Markt, vollständige Angaben — liegen wir typischerweise im Bereich von ±5 bis ±10 Prozent vom späteren Marktpreis. Bei schwieriger Datenlage oder unklarem Markt kann die Spanne größer sein. Das geben wir mit dem Wertband transparent an.

Ein Sachverständigen­gutachten kann genauer sein, weil es zusätzlich Ortstermin, Bauakte und individuelle Würdigung einbezieht. Dafür kostet es typischerweise 1.500 bis 3.500 Euro und dauert Wochen.

Was kostet die Bewertung von LiquidImmo? +

Unsere Online-Bewertung ist kostenlos. Wir finanzieren uns über die Vermittlung an Makler: Wenn Sie das Formular absenden, erhält ein Makler aus unserem Partnernetzwerk in Ihrer Region Ihre Angaben und meldet sich bei Ihnen. An andere Empfänger geben wir Ihre Daten nicht weiter.

Welche Daten brauchen Sie für eine gute Bewertung? +

Die wichtigsten Angaben sind Adresse, Objekttyp, Wohnfläche, Baujahr und Zustand. Bei vermieteten Objekten zusätzlich die Jahresnettotkaltmiete. Je vollständiger Ihre Angaben sind, desto enger wird das Wertband. Schätzungen sind okay — aber je näher Sie an den realen Werten sind, desto präziser unsere Bewertung.

Wie wirken sich aktuelle Zinsen auf den Wert aus? +

Zinsen wirken an zwei Stellen. Erstens auf den Wert selbst, über den Liegenschafts­zinssatz, der den Kaufpreis­faktor steuert: Höhere Zinsen, niedrigerer Faktor, niedrigerer Ertragswert. Zweitens auf die Käufer­seite: Höhere Bauzinsen reduzieren die Zahl der finanzierbaren Käufer, was die Vermarktungs­dauer verlängert.

Beide Effekte berücksichtigen wir in unserer Bewertung. Das aktuelle Zinsniveau ist Teil der Marktanalyse.

Welche Verfahren nutzen öffentlich bestellte Sachverständige? +

Genau die gleichen drei. Die Immobilien­wertermittlungsverordnung (ImmoWertV) schreibt Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren als zulässige Verfahren vor. Der Unterschied liegt in der individuellen Tiefe: Ein Sachverständiger besichtigt das Objekt vor Ort, prüft Bauakten und würdigt Besonderheiten, die in einer Online-Bewertung nicht erfasst werden können.

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